Die gläserne Imkerei
Emil Schiele - Wielandstraße 11 - 89160 Dornstadt - Telefon 0171 / 1962862
Das Jahr des Imkers im
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Hinweise für August

Einfüttern nach der letzten Schleuderung

Im hiesigen Raum ist in der Regel die Honigernte Ende Juli anfangs August vorbei - mit wenigen Ausnahmen, z.B. einer verspäteten Honigtracht. Die Bienen haben damit vermeintlich ihre Schuldigkeit getan, denkt so mancher Imker. Was jetzt noch an Pollen, vor allem aber an Nektar eingetragen wird, will er ihnen gern überlassen. Wenn sie eine gute Honigernte eingebracht haben, sollen sie auch nicht schlecht leben. Und viele Blüten sind ja noch an Wegrändern und in Gärten zu Finden. Daß dieses aber nicht einmal zum Überleben der Völker reicht, darüber macht sich mancher Bienenvater leider keine Gedanken. Ein Volk kocht auf Sparflamme, wenn sich die Vorräte dem Ende zuneigen!

Nach dem Abschleudern der letzten Tracht erhalten für die Überwinterung ausgewählten Völker sofort eine größere Futtergabe, etwa 3 bis 5 Liter im Verhältnis 1:1, um nicht "aus der Brut zu gehen". Über den Monat August verteilt, füttert man etwa viermal größere Gaben im Verhältnis Zucker/Wasser 3:2. Das bewirkt, daß die Völker weiter in Brut bleiben und dabei langsam ihren Wintervorrat auffüllen. Diesen hatten sie zwar praktisch schon erarbeitet, er wurde ihnen aber in Form des wertvollen Honigs vom Imker genommen.

Wichtig ist ein gleichzeitiger Polleneintrag, der zumeist zwischen Brutnest und Honig-Futterkranz eingelagert wird. Mit zunehmender Vorratsbildung wird der Brutkörper nach unten gedrückt und der nicht verbrauchte Pollen zum Teil mit Futter überlagert. Dadurch ist er dauerhaft konserviert. Das ist in Anbetracht der Frühjahrsentwicklung des Bienenvolkes ein idealer Zustand, weil sich das Winterfutter sozusagen über den Kopf des Bienensitzes befindet. Damit ist eine Zehrung von unten nach oben ermöglicht, das Futter ist immer erreichbar, selbst bei Kälterückschlägen – allerdings mit einer Ausnahme, für den Fall, daß ein Volk bereits ein starkes Brutnest angelegt hat und das Futter rundum aufgezehrt ist. Dann kann es zum Abriß vom Futter kommen; denn die Brut wird nicht verlassen. Das sind aber Ausnahmen.

So hat es der Imker in der Hand, mittels der Spätsommerpflege günstige Voraussetzungen für das kommende Frühjahr zu schaffen insbesondere ist das im Zusammenhang damit zu sehen, daß eine möglichst große Anzahl gesunder, nicht varroageschädigter und gut ernährter Winterbienen erbrütet wird. Weniger Arbeit hat der Imker mit den heute im Handel befindlichen Fertigfutterarten, die zunehmend Verwendung finden und einen erhofften Erfolg erbringen.

Spätsommerpollen woher?

Die Pollenversorgung im August/September ist ein gewichtiger Faktor für eine bestmögliche Auswinterung der Bienenvölker.

Heute wird allgemein die Frühtracht bevorzugt, und da ist es unerläßlich, ein gutes Pollenangebot im Spätsommer auszunutzen. Neben Gründüngungsfläche mit Ackersenf, Ölrettich oder Bastardkleearten ist nicht viel zu finden. Selbst die Mehrzahl der Gärten in den dörflichen - ländlichen Gebieten können der Honigbiene und vielen anderen Insekten leider nicht mehr das Blütenangebot früherer Jahre bieten - wegen einer oft extensiven ( pflegeleichten ) Bewirtschaftung der Gärten.

Bunte Bauerngärten - eine Alternative?

Besondere Freuden für den Imker und Naturfreund können gut strukturierte Bauerngärten mit ihrer Vielzahl von Bäumen und Sträuchern sowie Staudengewächsen, aber auch einjährige Gartenblumen sein. Sie verbreiten mit ihrer Pflanzenvielfalt vor allem im Hochsommer sogar einen auffallenden würzigen Duft. Solcherart Bauerngärten wahren immer schon ein Spiegelbild der besonderen Gartenkultur. Immer waren sie den Zeitverhältnissen, den praktischen Bedürfnissen angepaßt. Außerdem steckt in ihnen gärtnerische Erfahrung von Generationen. Man erkennt ihren wert erst dann, wenn sich ein Umdenken im Gartenverständnis anbahnt (s. heute ,,Prestigegärten"). So bilden besonders in der jetzigen Zeit Bauerngärten mit ihrer Vielseitigkeit und ihrem Pflanzenreichtum einem guten Kompromiß zwischen übertrieben gepflegten und allzu naturnahen Gärten. Ein wahres Paradies sind diese Bauerngärten für viele Insekten, aber auch für Kleintiere, für Schmetterlinge, Solitärbienen, Schwebfliegen, Wespenarten und Honigbienen sie alle findet hier ein Zuhause. Jede Pflanze hat ihre eigenen Besucher. Einfach Blütenformen (ungefüllt) sind für Bienen aufgrund der leichter zu erreichenden Nektarien besonders attraktiv. Aus der Vielzahl der stark besuchten mehrjährigen Staudengewächse möchte man nur einige herausheben: Gartenstorchschnabel, Ehrenpreisgewächse, ebenso die verschiedenen Salbeiarten, Himmelsleiter (Gattung Sperrkräuter), Sonnenhut, Herbstsonnenbraut, Raublattastern usw. Nicht zu vergessen sind natürlich die blühenden Bäume und Sträucher. Aber auch für "Prestigepflanzen" sollte ein Bauerngarten stets offen sein; es gab sie immer, angefangen von der Rose, Tulpe über die Dahlie bis zu vielen Neuzüchtungen.

Bauerngärten, Kleingartenanlagen und Bienen bilden eine geradezu unverzichtbare Lebensgemeinschaft. Die ganze Palette der Flora und unsere Bienen, sie gehören zusammen. An uns Imkern liegt es, noch mehr daraus zu machen. Imkergärten erfüllen in der Regel diesen Zweck. Die Frage ist nur: Wie können wir uns mit unserem Bemühen noch mehr Gehör und Nachahmer verschaffen?