Die gläserne Imkerei
Emil Schiele - Wielandstraße 11 - 89160 Dornstadt - Telefon 0171 / 1962862
Das Jahr des Imkers im
Januar
Februar
März
April
Mai
Juni
Juli
August
September
Oktober
November
Dezember
Hinweise für Januar

Aller Anfang ist schwer

Aller Anfang ist schwer, sagt ein altes Sprichwort. Das spüre auch ich bei den Überlegungen zur Niederschrift dieser Monatshinweise sowie der weiteren Aufteilung monatlicher Schwerpunkte für das ganze Jahr.

Die Biene dient der Leistungsfähigkeit des Naturhaushalts und der Nutzung der Naturgüter. Sie nützt der Tier- und Pflanzenwelt und hilft der Vielfalt, Eigenart und Schönheit der Natur. Außerdem ist unbestritten, daß sie seit ihrem Entstehen vor etwa 50 Millionen Jahren eine Lebensgemeinschaft mit den Blüten bildet. Im Sinne des Artenschutzes kann diese Lebensgemeinschaft dort wieder hergestellt werden, wo sie aufgrund der Verdrängung fehlt.

Der allgemeine Nutzen der Honigbiene, selbstredend natürlich auch der anderen Hautflügler, kann nicht oft genug hervorgehoben werden, wenn auch hier und dort Zweifel oder gar Einwände auftauchen. Dabei geht es nicht ausschließlich um die Bestäubungsleistung der Wild- und Kulturflora, wobei eine artenreiche Umwelt Nahrungsgrundlage für viele Tiere und Insekten bietet. Nein, es geht auch darum, dass das Bienenvolk und die Beute, ja selbst der Bienenstand verschiedenen Tierarten Lebensraum und Nahrung bieten.

Sicherlich ist ein gewisser Eigennutz bei der Bienenhaltung nicht von der Hand zu weisen. Imker wissen sehr wohl die gesundheitsspezifischen Vorteile der Bienenprodukten (Stichwort Apistherapie) insbesondere des Honigs zu schätzen. Aufgrund seines Wissens über die staatenbildenden Insekten ist der Imker ein gerngesehener Partner bei Museums-Veranstaltungen, Messen und Ausstellungen im Umweltbereich. Das Objekt Biene/Imkerei erweckt bei den Besuchern immer wieder Erstaunen wegen seiner außergewöhnlichen Organisationsform. Besonders dann, wenn es ganz persönlich vor- und dargestellt wird.

Diese Vorteile sollte die Imkerschaft nutzen, um sich in andere Institutionen und Vereine einzubringen z.B. in naturkundliche Arbeitsgemeinschaften, Heimatvereine, Ortverschönerungsgremien und Umweltschutzvereine.

Das scheint mir ein Weg aus einer gewissen Untätigkeit zu sein; denn bundesweit klagt die Imkerorganisation über einen Mitglieder- und Bienenvölkerrückgang. Verantwortungsvolle Vereinsvorstände machen sich Gedanken, wie sie dieser Entwicklung entgegensteuern können. Trotz aller Beweglichkeit und neuer Wege will sich derzeit noch keine Trendwende zum Besseren einstellen. Wo mag der Grund liegen? In der beruflichen Belastung, der jeder Arbeitnehmer, sicher auch Arbeitgeber, heute ausgesetzt ist, oder läßt die hochentwickelte Medienlandschaft keine anderen Freiheiten mehr zu? Vielleicht stellen wir negative Dinge wie Bienenkrankheiten oder zeitweilige Honigabsatzschwierigkeiten zu sehr in den Vordergrund, so daß die Vorteile zu kurz kommen? Es kann kein Trost sein, daß neben dem eigenen auch andere Vereine dieselben Sorgen haben! Beim Schreiben dieser Zeilen hat der Winter seine erste Visitenkarten mit strengem Frost abgegeben. Ich gehe davon aus, dass fürsorgliche Imkerkolleginnen und- Kollegen eine bestmögliche Überwinterung ihrer Völker vorbereitet haben. Dazu zähle ich eine günstige und ruhige Standlage ohne größere Störmöglichkeit. Empfehlenswert ist hin und wieder Kontrollgänge zu den Außenständen, eventueller Frevelschäden wegen. Schlimmstenfalls ist eine Anzeige bei der zuständigen Polizei vor zunehmen, weil sie Bestandteil des Fragekatalogs der Imker-Global-Versicherung ist. Die wärmende winterliche Verpackung gehört der Vergangenheit an .Ein weites Flugloch, selbstverständlich mit Mäuseschutz, und ein offener Unterboden sorgen für den nötigen Sauerstoff und verhindert das Schimmeln der Randwaben. Eine bodennahe Aufstellung und Vermeidung von Zugluft unterstützen die Maßnahme.

Die Vorteile liegen auf der Hand: Das Bienenvolk sitzt am Puls der Natur und verzehrt sich nicht vorzeitig mit zu frühem Bruteinschlag. Ansonsten gilt für den Monat Januar wie für alle Wintermonate: Absolute Ruhe an den Bienenständen, wobei davon auszugehen ist, dass die letztmögliche Varroabekämpfungsmaßnahme mit dem zugelassenen Mittel am brutlosen Bienenvolk an entsprechenden Tagen mit 5 bis 10 Grad plus erfolgen konnte. Die Ruhe bekommt nicht nur den Bienen, auch der Imker kann in aller Ruhe seine Bienenbücher, die der Weiterbildung dienen; bekanntlich sagte ja der Bienenbaron von Berlepsch: "Vor allen Dingen lernt Theorie, sonst bleibt ihr praktische Stümper ein Leben lang." Wichtig ist für den Leser nur, bei allem immer gut zu differenzieren, welche Darstellungen zur eigenen Betriebsweise passen.

Für die kommende Bienensaison können erste Planungen anlaufen. Dabei finden letztjährige Ergebnisse Berücksichtigung, Vor- und Nachteile sind abzuwägen. Letztendlich stehen Imkerveranstaltungen wie Imkertreff mit Erfahrungsaustausch oder Vortrag zur imkerlichen Weiterbildung auf dem Januar-Terminplan.